Ponywahnsinn in 2 Akten

- von Daniela -

 

1. Akt

Begonnen hat der ganze Ponywahnsinn irgendwann `86, als ich eines Nachmittags gemeinsam mit meiner damals besten Freundin Nicole auf ein Mädchen stieß,dass vor einiger Zeit in unsere Nachbarschaft gezogen war - und sich bis dahin unbekannter Weise bei mir unbeliebt gemacht hatte, weil sie
a) die Zauberlicht-Barbie (…oder so) besaß und sie frecher Weise in ihrem Fenster hängen hatte, damit wir auch bestimmt alle neidisch werden und
b) mega-coole Barbie Rollschuhe hatte, mit denen unsere otto-normal Rollschuhe nicht mithalten konnten.
An dem Tag aber, saß sie im Garten ihrer Nachbarn und baute eine Stadt aus Sand für ihre Bleistift-Figuren (keine Ahnung, wie sie hießen, aber damals waren sie gerade in). Wir waren neugierig, kamen ins Gespräch, und kurz darauf buddelten wir gemeinsam den Garten der Nachbarn um.
Das Mädchen hieß Jenny, und die Barbie hing nur im Fenster, weil sie (also Jenny) es so schön fand, wenn ihr Kleid nachts leuchtete.
Ein paar Tage später fand Nicole vor Glitzi vor ihrer Tür, ein Geschenk von Jenny (Sie steht mittlerweile in unserer Vitrine).
Tja, und das war der Anfang…
Mein erstes Pony bekam ich zu meinem 10ten Geburtstag im Januar.
Ich hatte mir Prinzesschen gewünscht (Jenny hatte sie), aber dank der ungenauen Beschreibung (weiß mit blauer Mähne - ich hätte das Horn erwähnen sollen) und wohl auch der Tatsache, dass zu Prinzesschen das Traumschloss gehörte, wurde es Zuckerschnute.
Nach einer drei minütigen Phase der Enttäuschung, schleppte ich sie überall mit hin.
Der nächste Familienzuwachs ließ etwas auf sich warten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte am Preisausschreiben des Pony Magazin (ich war ab der ersten Ausgabe ein fanatischer Leser) mitgemacht - ihr wisst schon, dass, bei dem es das Ponyparadies zu gewinnen gab - und gewann ein Pony. Der Brief von "Annabell" mit der guten Nachricht kam kurz nach dem Einsendeschluß, aber Blümchen ließ dann noch 6 Wochen auf sich warten. - verdammt lang für eine 10-jährige Ponymami.
Kurz nachdem sie bei mir eingezogen war, bekam ich eines Tages die hochoffizielle Erlaubnis meiner Eltern, mir in der Stadt noch ein Pony kaufen zu dürfen.
Ich schwankte lange zwischen Parasol und Hoppel, entschied mich dann aber für Hoppel, weil der ja auch gerne im Garten ist, und Blümchen dann einen Freund hat. Leider wurde diese Entscheidung beinahe zum Verhängnis für meine spätere Ponysammelleidenschaft.
Als meine Eltern Hoppel sahen, schlugen sie die Hände über dem Kopf zusammen, weil: 'Die sehen ja alle gleich aus!- Das ist dann jetzt aber das letzte!!!'
…äh, jaaaaa…
Das nächste war dann Baby Schätzchen, ein Geschenk von Jenny an mich, und danach ging es dann so nach und nach weiter.
In unserem Freundeskreis waren mittlerweile alle Mädels infiziert und hatten mindestens zwei, drei Ponies, aber bei Jenny und mir war es am "schlimmsten" und hielt auch am längsten an.
Wir bauten uns ein Ponyland (s. Bildergalerie), eine Theaterbühne für unser Romeo (Baby Kuschelwuschel) und Julia (Baby Karamell)-Aufführung und hatten sogar unsere eigene Pony-Geheimschrift und eine Ponyzeitschrift, die monatlich erscheinen sollte, es aber nicht bis Ausgabe 3 schaffte... (Teile unserer kreativen Ergüsse findet ihr unter `Kunst und Kurioses´)
Na ja, und Ann-Christin als meine kleine Schwester blieb natürlich auch nicht von dem Ponywahn verschont. Ihr erstes eigenes Pony war Konfetti, den es zu Weihnachten gab.
Einer der Höhepunkte des damaligen Ponywahns, war die Tagestour nach Holland mit unseren Eltern. Wir durften uns beide je EIN Pony aussuchen. SUPER! In einem Spielzeugladen in Groningen, in dem dutzende Ponies hingen, die es in Deutschland nicht zu kaufen gab, sich für eins zu entscheiden, war hart. Ich wollte Bubbles haben (hey, ein sitzendes Pony, meine Freunde wären vor Neid erblasst!), aber meine Ma hat sie mir ausgeredet, denn: 'mit dem kann man ja gar nicht spielen, das sitzt ja nur!'. Ich entschied mich dann für Windspiel (Stromer war außerdem noch in der engeren Wahl) und Ann-Christin nahm Knöpfchen.
Es gab in diesem Spielzeugladen auch das Ponyparadies, aber da ich meine Eltern kannte, und sie uns nie Plastikhäuser geschenkt haben, habe ich damals gar nicht gefragt, ob ich es vielleicht haben könnte…- hätte ich geahnt, wie aufwendig es heutezutage ist, an ein Ponyparadies in gutem Zustand heranzukommen, ich hätte das gute Stück damals einfach mitgehen lassen sollen…
Aber trotz der `Keine-Plastikhäuser-Verordnung´ bekam Ann-Christin zum Geburtstag (von ihrem Patenonkel) das Ponyhaus und ich zu Weihnachten nach langem Kampf den Schönheitssalon.
Und obwohl nach Hoppel Schluß sein sollte, war Indi, das einzige Pony, das ich mir heimlich und ohne Erlaubnis meiner Eltern kaufte. Deswegen mußte der arme Kerl auch einige Wochen hinter dem Sofa leben, bevor er zum Rest der Bande durfte...
Jenny hat sich öfter mal heimlich ein Pony gekauft- ohne, dass ihre Eltern je etwas mitbekamen (dachten wir damals zumindest). Nur bei Pfefferminzchen wurde ihr das beinahe zum Verhängnis. Wer damals so ein Duftpony besaß, kann sich noch daran erinnern, wie penetrant sie `dufteten´ wenn sie direkt aus der Verpackung kamen. - Haltet DAS einmal geheim... - Jenny hat ihren Eltern dann einfach erzählt, ihr wäre eine Flasche Japanisches Heilöl ausgelaufen.
Die letzten Ponies kauften wir, da waren wir schon 14 bzw. 15 Jahre alt: die Dream Beauties Pegasi hatten es uns angetan.
Danach kamen die Jungs und die Ponies traten in den Hintergrund. Aber sie gerieten nie ganz in Vergessenheit. Meine landeten in einer Schublade in meinem Zimmer (gar nicht mehr vorstellbar, dass sie mal alle in eine Schublade passten) und Jennys in einem Karton auf dem Dachboden.
Irgendwann trennten sich auch unsere Wege und wir verloren uns etwas aus den Augen. Ich zog nach Hannover und Jenny ging nach Lanzarote, wo sie auch noch heute lebt.

 

2. Akt

Jenny und ich sahen uns erst wieder, als sie 2004 zur Geburt ihres zweiten Kindes nach Deutschland kam und ihre zweijährige Tochter mitbrachte.
Mir war klar, wenn Jenny eine Tochter hatte, und wir uns nach so langer Zeit einmal wieder sahen, MUSSTE ich der Kleinen ein Pony mitbringen, schon aus Prinzip. Ich hatte nicht viel früher festgestellt, dass es wieder Ponies gab, die auch nach welchen aussahen (die 2. Generation hatte bei mir etwas Stirnrunzeln ausgelöst). Also ging ich los und kaufte Autumn Skies…
…und dann kam ich ein paar Tage nach dem Treffen mit Jenny auf die absurde Idee, doch mal bei Ebay zu gucken (war bis dato Ebay-Skeptiker)…
…Blöd!!! - Besonders für meinen Geldbeutel; tat sich da doch für mich eine neue Welt auf. Und ich fand Ponies, von denen ich nicht wusste, dass man sie je hatte kaufen können (hätten wir doch nur geahnt, dass es ein Baby Schleifchen gibt). Und Ponies, die ich als Kind immer haben wollte, aber nicht durfte.
Meine erste Erungenschaft, damals noch nicht mit eigenem Account, war Stromer, den ich bei Tiara kaufte, danach kamen bald Bubbles und Seashell (die sitzen jetzt um eine G3 Popcornschüssel und spielen Picknick - 'siehste, Mama, mit sitzenden Ponies kann man nämlich doch spielen!'), und dann habe ich schon bald den Überblick verloren. Dabei war der ursprüngliche Plan, nur die Ponies zu kaufen, die ich schon immer haben wollte; und ich habe mehrfach aus vollster Überzeugung behauptet, das DAS Pony jetzt das letzte ist, denn 'jetzt habe ich alle, die ich haben will'.
Und als ich dann wirklich fast an dem Punkt kam, wurde es Weihnachten und ich bekam von Ann-Christin den Mega-Adventskalender, der klein angefangen hatte und nach und nach immer größer wurde und je größer er wurde, desto mehr wurde auch Ann-Christin zum Sammler und unsere erste Holzvitrine zu klein.
Wir wurden Großabnehmer bei Tiara, kauften die erste Sammlervitrine, und bald danach schon Nummer zwei und drei.
Und immer wieder warfen wir unsere Vorsätze über den Haufen. G3 haben wir solange nicht gesammelt, bis die erste Vitrine voller G3s aus allen Nähte platzte und wir sie nicht mehr verneinen konnten, und Varianten wollten wir auch nicht sammeln, bis wie so viele hatte, das wir selber überlegen mussten, welche davon nun das Original ist.

Die Vitrinenzahl steigt ständig, unsere Sammelzimmer platzen aus allen Nähten, wir haben 2010 erfolgreich die dritte (aber unsere ersten als Orgateam) deutschen Ponyconvention in Nienburg veranstaltet und wir fahren regelmäßig zu britischen Ponycon und auf Treffen in die Niederlande.

 

 

 

 

Diese Seite ist für eine Auflösung von 1024x768 und Internet Explorer 7 erstellt worden.
All My Little Pony characters, images and information: copyright © 1982-2017 by Hasbro Inc., Hasbro UK, Ltd., Hasbro International, Inc.